Künftige Musikgespräche

Die Darmstädter Musikgespräche wollen Diskurse über Musik initiieren, fortführen oder in die Öffentlichkeit tragen. Im neuen Gewand werden die Musikgespräche in diesem Jahr quasi „musikalische Quartette“ sein, bei denen die drei Leiter der städtischen Darmstädter Musikinstitute mit jeweils einem Gast zusammentreffen. Das Gespräch miteinander steht dabei im Vordergrund, der Austausch unterschiedlicher Sichtweisen in einem spontanen Quadrolog, der unabgesprochen auch das Publikum mit einbeziehen wird.


27. Darmstädter Musikgespräch
Gäste: Johanna-Leonore Dahlhoff („Bridges – Musik verbindet“), Mustafa Kakour (Oud-Spieler aus Syrien), Arman Kamangar (Perkussionist aus Iran)

Geflüchtete Musik

Termin: Mittwoch, 24. Januar 2018, 20:00 Uhr
Ort: Haus der Deutsch-Balten
Herdweg 79, 64285 Darmstadt

Für viele Menschen ist Musik einer der persönlichsten Rückzugsorte, die gerade in Stresssituationen ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit zu erzeugen vermögen. Kein Wunder also, dass musikalische Projekte in der Flüchtlingsarbeit als wichtige Instrumente angesehen werden. Idealerweise lernt man beim Zusammen-Musizieren immer voneinander; normalerweise kommt es dabei aber auch regelmäßig zu Missverständnissen.

Von all dem soll unser 27. Darmstädter Musikgespräch handeln, zu dem wir mit Johanna-Leonore Dahlhoff die Projektleiterin von „Bridges – Musik verbindet“ eingeladen haben, einer interkulturellen Initiative in Frankfurt, die geflüchtete und beheimatete Profimusiker/innen zusammenbringt. Frau Dahlhoff bringt Mustafa Kakour mit, einen aus Syrien stammenden Oud-Spieler, der bei Musical Bridges mitwirkt, sowie den jungen iranischen Perkussionisten Arman Kamangar. Uns geht es darum, zu erfahren, wie Projekte wie dieses neue Perspektiven schaffen, vielleicht auch eigene Haltungen in Frage stellen können, welche unterschiedlichen musikalischen Welten dabei tatsächlich aufeinandertreffen, welche Probleme und welche Chancen solche Projekte mit sich bringen. Uns geht es genauso darum, mit Betroffenen – also geflüchteten Menschen genauso wie Deutschen, die an ähnlichen Projekten mitarbeiten – ins Gespräch zu kommen und uns über die unterschiedlichen Erwartungen von beiden Seiten auszutauschen.

Das 27. Darmstädter Musikgespräch findet im großen Saal des Hauses der Deutsch-Balten statt, in dem die Erfahrung von Flucht aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln präsent ist: zum einen in der Tradition der deutsch-baltischen Brückenarbeit, zum anderen aber auch in der Tatsache, dass sich in diesem Haus seit Jahren die Stipendiatenwohnung des Elsbeth-Wolffheim-Literaturstipendiums für politisch verfolgte Autor/innen befindet.


Das musikalische Quartett besteht aus den Leitern der drei städtischen Darmstädter Musikinstitute – Cord Meijering (Akademie für Tonkunst), Thomas Schäfer (Internationales Musikinstitut) und Wolfram Knauer (Jazzinstitut) – sowie einem Gast. Die Darmstädter Musikgespräche sind eine Kooperation dieser drei städtischen Musikinstitute; der Eintritt zu den Veranstaltungen, die jeweils um 20.00 Uhr beginnen, ist frei.